Wären wir doch noch eine Woche länger geblieben…

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2016 war der Dezember für Winterromantikerinnen wie mich schwer zu verkraften.

Wisst ihr noch, 2016? Da hatten wir braune Weihnachten. Und ich meine damit nicht die Qualität, sondern die Farbe, die wir sahen, als wir in Zermatt aus dem Fenster schauten. Kein Schnee bei 15 Grad! Pinke Winterwanderwege: sinnlos. Gelbe Wanderwege: genau richtig. Ich hatte das erste Mal im Dezember auf über 1800 Metern warme Zehen.

In der Altjahreswoche 2017 waren das Dorf und die umliegenden Berge wieder schneeweiss und unser Traum von der weissen Weihnacht erfüllt – just like the ones we used to know. Zumindest fast. Mehr darf es natürlich immer sein.

Wer jetzt von mir den absoluten Geheimtipp erwartet, hat leider Pech gehabt. Zermatt ist mein ultimatives Zuhause, deswegen finde ich alles schön. Ich bin also rein gar nicht objektiv, sondern ziehe meine rosarote Zermatter-Brille an, sobald ich aus der MGB aussteige.

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Mis Derfje im Dezember 2017. Schon besser.

Winterwandern, bitte sehr!

Den Winterwanderweg von Furi nach Stafelalp im Schatten des Horns (seit Kindesalter ist das für mich das Dinosaurierland, ich weiss nicht, warum), wo man am Stausee vorbei wandert und dann nach den kleinen Stall-Ansammlungen in Richtung Zmuttgletscher geht und man ein anderes Gesicht des Horu bewundern kann, finde ich genauso überwältigend wie die easy-peasy Winterwanderung von Blauherd nach Fluhalp zum Pfannkuchenessen und zurück, mit direkter Sicht auf die schönsten Viertausender der Welt. Ich sagte ja, ich sei nicht objektiv.

Und wenn es schon von oberen Dorfteil Winkelmatten nach Furi, dem ersten Halt auf den Weg zum so genannten „Matterhorn Paradise“, die Strasse hochgeht – macht nichts! Mit dem Schlitten geht es im Hui wieder hinunter.

Einzig eine Präferenz will ich anbringen: Von Rotenboden nach Riffelberg, dort wo im Sommer alle *das* Foto der Spiegelung des Matterhorns im Riffelsee machen möchten, bevorzuge ich den Winterwanderweg und nicht die Schlittelpiste. Wenn man Aug‘ in Aug‘ mit Riffelhorn und Matterhorn in der Ferne steht, braucht man etwas Zeit, um diesen Anblick erst einmal zu verarbeiten. Das geht zu Fuss eben immer noch am besten.

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Die Tränen in meinen Augen rühren nicht von meiner Sehnsucht, sondern vom Brillentausch.  Ein aktuelles Foto vom Rekordschnee in Zermatt habe ich nicht – ich bin ja nicht dort. 😥

Heute höre ich, dass Zermatt komplett eingeschneit ist und man weder raus noch rein kommt. Während ich im Büro sitze, ärgere ich mich, dass ich die Weihnachtsferien nicht noch eine Woche verlängert habe. Dann würde ich jetzt gerade in Zermatt feststecken – im Dorf zwar, weil ja alle Winterwanderwege geschlossen sind – und könnte mein Winterwunderland noch ein paar Tage länger geniessen…

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