Grandios gescheitert beim Winterwandern mit Schlitten

Das Ende der Rucksacktrage naht – das habe ich hier schon einmal berichtet. Weil die Rucksacktrage aber halt schon sehr praktisch ist, konnte ich das Ende in den vergangenen Monaten noch etwas hinauszögern: Die beiden älteren Kinder mussten jeweils sämtliches Gepäck schultern, ich schleppte den Kleinen in der leeren Trage – und war glücklich.

Lange lässt sich der Trick aber nicht mehr durchziehen. Deshalb habe ich am letzten Samstag zum Schlitten gegriffen. Während die Grossen ihre Skis anschnallten und die Piste runterjagten, setzte ich den Lichterprinz ins Sitzchen, gut eingepackt im Sitzsack des Kinderwagens. Kaum unterwegs, wurde mir wieder bewusst, warum ich die Trage dem Schlitten vorziehe: Der Weg führte schräg entlang einer Flanke und der Kleine bekam rasch Schräglage. So fest, dass mich mein Verantwortungsbewusstsein nicht mehr länger tatenlos zusehen liess. Es blieb mir nichts anderes übrig, als den Schlitten mühsam und rückenverachtend zu stossen.

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Da gings noch mit Ziehen – glücklich war der Lichterprinz aber dennoch nicht.

Papa will, Sohnemann nicht

Bald wurde es aber wieder flacher, als der Lichterprinz die Gemütlichkeit der Trage zu vermissen schien. Gerne hätte er geschlafen, doch mir leuchtete ein, dass dies im harten Plastiksitz kaum gemütlich sein kann. „Ins Auto, ins Auto!“ wimmerte er, was wiederum für mich keine Alternative war. Einmal mehr zog der Kleine den Kürzeren und ich wanderte stur weiter auf einem etwas ansteigenden Strässchen, den verzweifelten Protest hinter mir ignorierend.

Dumm ist in solchen Situationen nur, wenn sich die Gegebenheiten zum Schlechten wenden. Wie jetzt. Denn der Winterwanderweg verwandelte sich nun in einen schmalen, wegen des Neuschnees rumpligen Pfad. An ein Vorankommen mit dem Schlitten war nicht mehr zu denken, auch wenn der Kleine unterdessen trotz der widrigen Umstände eingeschlafen war: Sein Kopf war gegen hinten gekippt und ragte über die Sitzlehne hinaus, was lustig aussah, aber sicher ungemein unbequem war. Hier stand ich also, nach nur 20 Minuten gestrandet, in der Sackgasse. Eine hier durchführende Schneeschuhroute war breit ausgetrampelt und sah dadurch fast gangbarer aus als der Wanderweg. Doch das half mir nicht weiter, zu unsicher war der Fortgang des Schneeschuhtrails.

Ich gab also auf.

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Langsam erholen wir uns vom Rückschlag

Wenig überraschend wachte der Junge auf, seine Laune hatte sich trotz des Powernaps nicht gebessert. Also machten wir uns auf in Richtung Fängli. Die Alpbeiz schien uns beiden jetzt die beste Lösung. Der Lichterprinz freute sich noch an einigen Kapriolen, die der geschlagene Wanderpapa unterwegs zum Besten gab. Wir filmten, wie wir den Schnee von den Tannästen herunterschüttelten, unter denen wir standen. Das heisst: Unter denen ich stand. Denn ich wagte es nicht, die langsam besser werdende Laune des Lichterprinzes mit kalten Schneefällen zu gefährden. Wir schlittelten, besser bummelten den Rückweg hinunter, kämpften uns durch den Tiefschnee ins Fängli. Ich erholte mich langsam von dem missglückten Plan – und der Kleine holte mich gekonnt mit seiner Begeisterung ab: Lachte beim Schlitteln, animierte mich zu Spielchen, gluckste vergnügt, als er mit dem Schlitten langsam in den Tiefschnee kippte.

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Zum Schluss trotzdem noch ein Lächeln.

Schliesslich sassen wir zufrieden hinter einem Sirup und einer heissen Schoggi. Eine Wanderung haben wir also keine gemacht. Aber irgendwie hat der Ausflug trotzdem Spass gemacht.

 

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Tief verschneit, die Sonne weit weg, ebenso der ebene Winterwanderweg.

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Gescheitert – also konzentriere ich mich aufs Ästhetische.