Faszinierende Winterblüher – unnützes Wissen?

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Zart und filigran – der Krokus

Die ersten bunten Farbtupfer, die mir schon seit ein paar Wochen immer wieder auffallen, sind die Krokusse. Trotz Minusgraden, anhaltendem Schneefall und Dauerregen erstrahlen sie ununterbrochen in kräftigen Lila-, Gelb- und Weisstönen.

Nicht nur meine Kameralinse erfreut sich am Anblick der filigranen Blüten, sondern auch die Alpendohlen sind hellauf begeistert. Die Krokusse stellen nämlich einen besonders süssen Leckerbissen auf dem doch eher wenig abwechslungsreichen Winterspeiseplan dar. Die anmutigen, schwarzen Vögel  flitzen von Krokus zu Krokus und picken das gelbe Innere aus den einzelnen Blüten heraus. Dabei gönnen sie ihren Artgenossen nix!!!
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Alpendohle im Schlaraffenland

 

Die Zaubernuss (Hamamelis) fühlt sich nicht nur in Asien und Nordamerika wohl, sondern ganz besonders auch auf der sonnenbeschienenen Nordseite des Thunersees. Bemerkt hab ich ist sie bei einer Wanderung zuerst nur wegen der intensiv gelb-leuchtenden, korallenartigen Blütenköpfchen, die an den noch unbelaubten Ästen sitzen.
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Nicht nur ein Hingucker, sondern auch wohlriechend – die Zaubernuss

Durch ihren herrlich süssen Duft haben die Blüten nicht nur die ersten „winteraktiven“ Insekten angelockt, sondern auch mich… Allerdings bin ich nicht die Einzige, die mit ihrer Nase in den Zweigen hängt. Auch die Chinesen schätzen den Duft und die Farbe der Blüten sehr. Zum Neujahrsfest (Jan/Feb) werden die Häuser dort akribisch mit Zaubernuss-Zweigen geschmückt.
Die Pflanze hat allerdings nicht nur dekorativen Charakter, sondern wird vielfach auch im medizinischen Bereich eingesetzt. Unterschätzt man beispielsweise auf seiner Wanderung die Wintersonne, kann eine Creme mit Hamamelisextrakten zur Linderung der Hautrötung bzw. des Sonnenbrandes helfen…!

 

Die Hasel sieht man zur Zeit wirklich überall. Aber mal ehrlich, wer hat sich den Strauch wirklich schon mal näher angeschaut?!
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Klein, aber oho – die Blüte des Haselstrauchs

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Bereits der Anblick löst „tränende Augen“ und „laufende Nasen“ aus

Die Hasel trägt nicht nur die für Allergiker verhassten Pollen, sondern bringt auch unscheinbare, kleine rosafarbene Blüten zum Vorschein.
Die Urahnen der bei uns heimischen Pflanze stammen aus dem Tertiär und auch in der Jungsteinzeit haben die Menschen die Vitamin B1, B2 und Vitamin E-reichen Haselnüsse schon zu schätzen gewusst. Ob sie bereits damals an allergischen Reaktionen gelitten haben, bleibt fraglich. 😉

 

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Schenkt der Biene keinen Nektar, sondern Pollen – das Leberblümchen

Last, but not least – das Leberblümchen. Im zeitigen Frühjahr, wenn gerade mal die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf den Waldboden fallen, reckt sich die Pflanze dem Licht entgegen. Sie hat etwa eine Woche Zeit, um ihre Pollen an den Mann, besser gesagt an Käfer, Bienen, Hummeln und Schwebfliegen zu bringen. Danach ist ihre Blütezeit wieder vorbei – im wahrsten Sinne des Wortes!