Wir starten mit #ploking – macht ihr auch mit?

Aus Schweden erreichte uns kürzlich ein neuer Outdoor-Sport: Plogging.

plocka + jogging = plogging

Plocka heisst auf Schwedisch so viel wie sammeln oder auflesen. Joggend wird bei dieser Sportart Abfall gesammelt, der draussen in der Natur rumliegt.  In etwa so sieht das dann aus:

Sehr löbliche Initiative, denke ich mir. Ich bin auch so eine, die sich über Littering aufregen kann (noch mehr als über um zwei Sekunden verpasste S-Bahnen) und auch  nehme ich Abfall auf, wenn ich ihn sehe. Zum Beispiel, wenn der Alpinchihuahua ein Häufchen macht und ich sowieso das Säckli schon in der Hand halte. Dann kommen die umliegenden Papierchen, Zigarettenstummel oder Ähnliches auch gleich dort rein. Auch – oder vor allem – auf dem Wanderweg.

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Wir halten Ausschau nach Abfall. Von oben sieht der Alpinchihuahua mehr.

Warum?
DARUM:

„Natürliche“ Produkte, wie Nastüchlein oder Bananenschalen, zersetzen sich doch ganz schnell von alleine, wenn ich sie in die Natur werfe, nicht? Nope. Es geht lang. Und dies auch nur bei der ‹richtigen› Temperatur: Ab 8° Celsius regen sich die Mikroorganismen, welche die Stoffe zersetzen, nämlich gar nicht mehr. Und so lange dauert es ungefähr, unter „guten“ Bedinungen:

🍌 Bananenschale: 2 Jahre 😨

🍊 Orangenschale: 3 Jahre 😧

🐑 Wolle: 4 Jahre 😦

🤧 Papiertaschentuch: 5 Jahre 😦

🚭 Zigarettenstummel: 7 Jahre 😤

👜 Leder: 50 Jahre 😟

🧦 Nylonfasern: 60 Jahre 😰

🛍️ Plastiksack: 120 Jahre 😭

🥫Blechbüchse: 500 Jahre 😩

🛸 Alufolie: 700 Jahre 😡

🍼 Plastikflasche: 5000 Jahre 😱

📦 Styropor: 6000 Jahre 🤬

🍾Glasflasche: 8000 Jahre 🤯

Womit ich allerdings gar nicht klar komme, ist der Teil mit dem Jogging. Ich hasse joggen, brauche ewig, bis ich in den Flow komme (das ist wohl so eine Kausalitätsbeziehung). Es ist mir unverständlich, wie man so etwas freiwillig machen kann. Wenn ich in der Natur bin, brauche ich Zeit, um mich umzusehen, um zur Ruhe zu kommen und um zu geniessen.

Deswegen mache ich eben:

plocka + hiking = ploking

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Ploking-Pause. Das Papierli würde jetzt also 120 Jahre hier oben rumliegen. Not amusing.

Das Gute daran: Man hat den Behälter für den Abfall automatisch schon dabei. Und wenn es nicht reicht: Ein kleines Abfallsäcklein, das man bei Bedarf zückt, nimmt im Rucksack nicht viel Platz.

Verschliessen wir doch die Augen nicht mehr vor dem Abfall am Wegesrand, sondern nehmen wir ihn einfach mit und entsorgen ihn. Wenn wir das alle zusammen tun, bleiben unsere Wanderwege noch lange sauber. Let’s get #ploking!

 

Teilt eure Bilder vom wandernden Abfallsammeln (oder Abfall-sammelndem Wandern?) und benutzt #ploking

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Hätte er Daumen, gäbe es für diesen sauberen Weg ein „Daumen hoch“.