Campinggefühle auf dem Messegelände

Diese Woche war ich drei Tage zelten – auf dem Messegelände in Friedrichshafen. Dies ist eine Besonderheit der internationalen Outdoor-Fachmesse, die am Mittwoch endete. Nach anstrengenden Marathonen durch die Ausstellungshallen schlüpft man abends in den Schlafsack und schnuppert doch noch etwas frische Luft.

Die Outdoor-Messe ist nicht nur da, um Trends aufzuzeigen, die kommenden Kollektionen zu präsentieren und zu netzwerken. Sie ist auch ein Fest der Branche. So tanzten am grossen Abschlussfest Hunderte Menschen in und um einem Brunnen im Innenhof zur Musik des DJs, liegen sich in den Armen und lachen, als wären sie nicht Konkurrenten einer hart umkämpften Branche. Das gefällt mir. Schade ist nur, dass die Messe nach 25 Ausgaben ab nächstem Jahr in München stattfindet.

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So wie es sein muss im Sommer: Am Morgen liegt der Zeltplatz im Schatten.

Ich habe mich auf der Messe umgeschaut, welche Neuigkeiten für den Sommer 2019 zu erwarten sind oder was bereits auf dem Markt ist. Hier sind die Trouvaillen des Wanderpapas.

Rucksacktrage für Frauen

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Links die Trage für Frauen. Beim rechten Modell sieht man den neuen Netzrücken.

Ihr habt es vielleicht gesehen: Oben an der grünen Rucksacktrage ist ein gelbes Blümchen angemacht, und dies steht bei Deuter für die Frauenrucksäcke. Oder habt ihr euch etwa ablenken lassen durch den Sandsack, der hier etwas kopflos das Kind simuliert? Wie dem auch sei, es geht um die Rucksacktrage, die Deuter 2019 neu mit Netzrücken versieht und eben auch als Damenversion anbietet: Da ist die Rückenlänge kürzer, Hüftflosse und Schulterriemen sind schmaler und anatomischer geschnitten, erklärte mir Christoph von Deuter. Ich habs getestet und finde, dass auch Männer die Trage gut brauchen können. Es gibt also bald eine grössere Auswahl, um die richtige Trage für beide Eltern zu finden.

Mit dem Wandershirt baden gehen

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Dasselbe T-Shirt fürs Wandern und Baden.

Dieser Tipp kommt von Dunia, die mir Neuigkeiten von Marmot vorgestellt hat. Es ist ein einfaches, blaues Langarmshirt, das der anonyme Plastikjunge da auf dem Bild trägt. Windridge heisst es, doch das Polyester-Shirt mit Sonnenschutzfaktor 50 ist auch gut fürs Schwimmen. Eine gute Idee, denn ich warte nur auf den Tag, an dem mir mein Elfjähriger erklärt, er wolle keine Badeshirts mehr tragen. Vielleicht krieg ich ihn damit rum, wer weiss?

Eine Flasche von der Krippe bis ans Gymnasium

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Eine Flasche fürs halbe Leben.

Eine gute Idee, welche die Umwelt und das Portemonnaie schont. Bei Geburt des Kindes erhält es eine robuste Metallflasche von Klean Kanteen mit verschiedenen Aufsätzen: Erst wird daraus ein Schnabelbecher, dann eine Saugflasche, und schliesslich eine normale Flasche. Das gefällt mir, weil es ein guter Ansatz ist, mit unseren Ressourcen umsichtig umzugehen. Ob dann mit 18 Jahren pink noch „in“ ist, weiss ich nicht. Aber die Flasche wird dann so viele Dellen haben, dass sie garantiert „shabby“ oder „retro“ daherkommt.

Erst Sandalen, nun Wanderschuhe

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Beim Wandern in Gedanken bei den Reisen, die schon viel zu lange zurückliegen.

Der Schuhhersteller Keen ist bekannt für seine Sandalen mit dem klobigen Zehenschutz. Wer einmal als Traveller in der Welt herumreiste, kam an ihnen nicht vorbei. Die Amerikaner stellen nun auch Wanderschuhe her, für Erwachsene wie auch für Kinder. Und sie wagen sich dafür nach Europa, ein Modell stellen sie sogar in Europa her, wie mir Dani erklärte. Ich jedenfalls bin gespannt und werde meine Kinder mal auf die Wanderwege schicken damit.

Eincremen und Korallen schützen

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Muss das sein? Der Wanderpapa testet die neue Creme. Spass macht es immer noch nicht, aber wenigstens zieht sie schnell ein.

Sonnencreme einstreichen ist eine Qual. Für die Kinder, für den Wanderpapa. Soll die Creme noch gesund für Haut und die Umwelt sein, ist sie meist auf mineralischer Basis hergestellt und wenn man sie aufträgt, wird die Haut so weiss, wie man gar nie blass werden kann. Zwei angefressene Surfer von der Marke Mawaii stimmen mich nun zuversichtlich: Sie haben offenbar eine Creme gefunden, die schnell einzieht und keinen Weissfilm bildet. Und sie sei erst noch „unschädlich für die Korallen“, erklärte mir Michael. Wenn das keine Ansage ist.

Mit Kaffee gegen Regen

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Eiskaffee für den Regen – allerdings kann er nicht getrunken werden, sondern schützt.

Wisst ihr, wie man sich mit Kaffeesatz gegen Regen schützt? Ich habs erfahren, Tamara von Schöffel hat es mir erklärt. Sie mischen den Kaffeesatz ins Garn, mit dem sie dann den Stoff herstellen – zum Beispiel jene dieser Regenhose. Zudem soll S.Cafe schnell trocknen, vor Sonne schützen und den Geruch von Schweiss eliminieren – ideal für meine Schlechtwetterpläne mit den Kids. Ich bin gespannt.

Im Regenschauer schreiben

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Schreiben unter Wasser: Den Ernstfall simuliert.

Der letzte Tipp ist für den Journalisten natürlich besonders hübsch: In dieses Büchlein kann ich von nun an auch bei Huddelwetter schreiben. Ich habs in der Küche kurz getestet – es funktioniert. Und das Büchlein ist auch schnell wieder trocken, ohne dass die Seiten reissen, wellen oder fuseln. Die nächste Regenrecherche steht also unter einem guten Stern.