Mythos Schuhtick

Es heisst, Frauen hätten einen Schuhtick. Das trifft auf mich indes nicht zu. Glaubte ich zumindest, bis ich vor kurzem meine Winterwanderschuhe aus dem Keller räumte. Wo endet der vernünftige Erwerb von Funktionsschuhen und beginnt der obsessive Zwang, für jede erdenkliche Eventualität und alle tatsächlich jetzt und in Zukunft stattfindenden Ereignisse das geeignete Schuhwerk zu besitzen? Davon handelt dieser Post.

Eines zu meiner Ehrrettung vorweg: Weniger als die Hälfte all meiner Schuhe zur Ausübung des Wander- und Bergsports habe ich käuflich erworben. Der Rest ist das Resultat von Produktetests und geschäftlichen Partnerschaften. Ich darf zudem behaupten, dass wirklich jeder Treter mehr oder weniger regelmässig im Einsatz steht. Trotzdem ist es wahrscheinlich so, dass sich in diesem einen Spezialschuhschrank ähnlich viele Exemplare finden wie im Komplettschuhschrank eines durchschnittlichen Schweizer Bürgers. Henu. Wenn’s Freude macht.

Wie viele Paar Wanderschuhe ich nun effektiv besitze, offenbart diese Bildergalerie:

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Die geneigte Leserschaft möge sich nun selbst ein Urteil bilden…

Um allfällige Fragen gleich zu klären: Ja, ich habe schon achtstündige Mordsbergtouren nur in leichten Trekkingschuhen bewältigt. Ja, mindestens 1 Paar in der Sammlung ist reichlich unbequem, dafür irrsinnig cool. Nein, die Speedhikingschuhe sind nicht notwendig, aber bei Knochenhautentzündung eine Wohltat. Lieblingsschuh: gibt es nicht, ist ganz situativ. Hüttenschuhe: stimmt, unnötiger Ballast im Rucksack, wenn doch in jeder Unterkunft Hüttenfinken zur Verfügung stehen (die Dinger leben im Fall extrem! Und schon mal mit Grösse 35 in einer 41 gesteckt und die Hühnerleiter in den Schlafsaal unfallfrei erklommen? Eben.) Richtig, ein zweites Paar Bergschuhe ist Luxus. «Zustiegsschuhe»: keine Ahnung, was das bringen soll. Ich habe sie trotzdem. Wie die übrigen sieben Paar, und ich möchte keines davon missen. Echt nicht.