Wunderwelt Winter

Juhu, es schneit! Schnell in die warmen Klamotten und raus in die verschneite Landschaft. Es fühlt sich an, als wäre die ganze Welt in Watte gepackt.

Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich etwas, das ich als Wanderin mit einer Schneeflocke gemeinsam hab. Es ist die Geschwindigkeit. Ein „normaler“ Wanderer ist mit 4.2 km/h unterwegs (im Winter natürlich langsamer), eine Schneeflocke legt ihren Weg zur Erde mit 4.0 km/h zurück. Und wegen des gleichen Luftwiderstands gilt das sowohl für zierlich kleine als auch für flauschig grosse Flocken.

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Schon als Kind war mir irgendwie klar, dass ich einen Schneemann erst dann bauen kann, wenn es in dicken, fetten Schneeflocken geschneit hat. Alles andere macht fast keinen Sinn! Nur Nassschnee lässt sich unkompliziert zu perfekten Kugeln formen. Kleine Flocken bringen dagegen eher Wintersportler zum Strahlen – Pulverschnee, jippi!! Genial zum Skifahren, Schneeschuhlaufen und Winterwandern. Für letzteres hat’s eine super schöne Tour zwischen Grindelwald und Bort. (Ein Tourismusdirektor hat mir letzte Woche erzählt, dass man jede Wanderung als „wildromantisch“ anpreisen soll. Aber hat er das wirklich so gemeint? Ich glaub’s eher nicht, sein Schmunzeln hat ihn verraten. Und in meinem Fall reichen die beiden Wörtchen „super schön“ auch völlig aus.)

Eine mords Gaudi für Gross und Klein: vom Faulhorn (Aufstieg über den First) runter bis nach Grindelwald hat’s die längste Schlittelstrecke der Welt! Erstmal oben angekommen, düst man mit dem Schlitten 15 Kilometer lang runter ins Tal.

Das erste internationale Schlittel-Rennen auf Wettkampf-Niveau fand vor fast genau 136 Jahren zwischen Davos und Klosters statt. Die Besonderheit: aufgrund der Schweizer Uhrentechnik konnte die Zeit der neun Teilnehmer mehr oder weniger exakt gestoppt werden. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Engländer J.A. Symonds. Der frische Schnee, die gesunde Bergluft und die Wintersonne lockten die Briten bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts aus den verschmutzten Städten Grossbritanniens ins wunderschöne Engadin.

So einzigartig, jede Schneeflocke stellt für sich ein ganz besonderes Kunstwerk dar. Keine Schneeflocke gleicht der anderen. Diese Erkenntnis sowie die jeweils sechseckige Struktur von Schneekristallen hat Johannes Kepler schon 1611 beschrieben. Allerdings hat seine Lebzeit nicht ausgereicht, um das Geheimnis zu lüften.

Sehr zu empfehlen, hier ein paar fantastische Aufnahmen von Schneekristallen. Es lohnt sich! http://www.snowcrystals.com/photos/photos.html