Im Bachtelspalt mit #Ploking begonnen

Auf der Suche nach dem Bachtelspalt ZH haben meine Kinder und ich mit #ploking begonnen. Das ist ein neuer Outdoorsport aus Schweden, den wir für die Schweiz angepasst haben.

Der Trend heisst in Schweden nur etwas anders: Plogging. Plocka heisst auf Schwedisch sammeln oder auflesen. Vereint mit Jogging ist damit gemeint, dass man beim Joggen gleich noch Abfall sammelt, der draussen in der Natur herumliegt. Wie das geht, seht ihr hier.

Meine Bloggerkollegin Vera und ihr Alpinchihuahua haben die Fitnessgeschichte ja bereits einmal aufgegriffen und in ploking umgewandelt, plocka und hiking kombiniert und daraus ploking gemacht. Mir gefiel die Idee schon lange, doch hab ich sie nicht umgesetzt. Bis ich letzthin einen knallgelben Sack von Jack Wolfskin geschenkt bekommen habe. Er ist aus wasserundurchlässigem Stoff und solid verarbeitet. Mit einer Schnalle kann ich ihn praktisch an den Rucksack hängen. Er ist wie gemacht fürs Ploking, denn er bietet den Vorteil, dass er Freude bereitet. Es ist ein besseres Gefühl, Abfall in einen schönen Sack zu schmeissen und dabei zu wissen, dass:

  • der Sack nicht tropft oder klebrig wird, sobald man eine Bananenschale oder ein leeres Tetra Pak reinwirft
  • der Sack nicht reisst, sobald etwas Sperriges drin ist
  • der Sack wiederverwendbar ist, sprich am Abend einfach ausgespült wird
  • der Sack selber noch aus recyceltem Material hergestellt ist

Leider ist der Sack nicht mäusesicher. Aber dazu später.

 

Steiniger Weg zum Bachtelspalt

Wir starteten also auf dem Bachtel, nachdem wir den Turm erklommen hatten. Da es eine der ersten kurzen Wanderungen war, die mein dreieinhalbjähriger Sohn alleine hätte schaffen können, plante ich nur eine rund 50-minütige Tour rund um den Bachtel und hinunter zum Bachtelspalt. Diesen hat mir eine Leserin im Kommentar einer meiner Posts auf dem Outdoorblog empfohlen. Ich war hell begeistert von ihrem Tipp, fand im Internet sogar eine genaue Beschreibung, wie man hinkommt, und stellte vor Ort fest, dass die Zürcher Wanderwege den Weg zum Bachtelspalt prima markiert haben. Er liegt am Wanderweg zwischen Bachtel und Wald.

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Nun, die schöne Markierung interessierte den Lichterprinz nicht die Bohne. Nach einer halben Stunde meinte er, er habe nun genug Steinchen gesammelt und wolle in die Rucksacktrage einsteigen. Wobei Steinchen etwas untertrieben sind: Seine Hose zog es ihm nach unten, so schwer waren die ausgebeulten Hosentaschen. Ich stellte also als erstes die Bedingung, dass er die schönen Steine doch so auf dem Weg präsentieren solle, dass der nächste Wanderer garantiert grosse Freude an diesen Kunstwerken haben wird. Und liess ihn einsteigen.

Ein Blitz schlägt ein

Wir erreichten also den Bachtelspalt. Für alle Nicht-Zürcher erkläre ich kurz, was es mit der engen Schlucht auf sich hat: Im August 1939 soll hier der Biltz eingeschlagen und einen Spalt in den Fels gesprengt haben. Das Resultat ist beeindruckend: Am Eingang muss sich ein Erwachsener gar abdrehen, um hindurch zu kommen. Wer auf dem Bachtel eine zu grosse Coupe verschlungen hat, wird hier Mühe haben. Dann wird der Spalt breiter. Zwei Seitenarme zweigen ab, wo die Kinder sich durchzwängen können – Vorsicht beim Austreten aus den Spalten, es geht dort steil hinunter.

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Kaum im Spalt, werden die Aktionen frecher.

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Ein kleiner Rundweg führt durch den Spalt und wieder zurück.

Die Kinder hatten ihren Spass, ich ebenso. Und so machten wir uns dann trotzdem auf den Rückweg zum Bachtel, sammelten weiterhin wacker Abfall, um meinen gelben Beutel zu füllen. Die Konzentration liess dann allerdings etwas nach, die hübschen Steine auf dem Weg waren heute einfach unwiderstehlich. Erneut schleppten wir Steine nach Hause, mit denen wir ein ganzes Bachbett hätten auskleiden können.

Mäuse lieben den knallgelben Sack ebenso

Seither begleitet mich der gelbe Sack stets beim Wandern. Nur hat mir kürzlich eine Maus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als wir in den Ferien im Lag la Cauma bei Flims badeten und den vollen Sack an eine Böschung liegen liessen, frass sich die Maus zu den Abfällen im Sack rein. Seither hat der Sack einen Flicken. Nicht schön, aber wir lassen uns von dieser kleinen Maus sicher nicht von unseren Ploking-Plänen abbringen.

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Weitherum bekannt, aber deshalb nicht weniger spektakulär: der Turm auf dem Bachtel.